U-Wert, G-Wert, Uw-Wert: Fenster-Kennwerte einfach erklärt

Wer neue Fenster kauft, begegnet unweigerlich Begriffen wie U-Wert, G-Wert und Uw-Wert. Doch was genau verbirgt sich hinter diesen Kennwerten und warum sind sie für die Auswahl von Rahmen und Verglasung so wichtig? Kurz gesagt: Diese drei Werte beschreiben, wie gut ein Fenster dämmt und wie viel Sonnenwärme es durchlässt. Sie sind damit die wichtigste Entscheidungshilfe für energieeffizientes Bauen. In diesem Beitrag erfahren Sie, wie die Kennwerte zusammenhängen, welche gesetzlichen Vorgaben Sie beachten müssen und worauf es bei der Auswahl in der Praxis ankommt.

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Das Wichtigste in Kürze

  • Der U-Wert (Wärmedurchgangskoeffizient) beschreibt, wie viel Wärme ein Fenster nach außen verliert. Je niedriger der Wert, desto besser ist die Wärmedämmung.
  • Der G-Wert (Gesamtenergiedurchlassgrad) gibt an, wie viel Sonnenenergie durch das Glas in den Raum gelangt. Hohe Werte sind im Winter nützlich, können aber im Sommer zur Überhitzung führen.
  • Der Uw-Wert bewertet das Fenster als Gesamtsystem aus Verglasung (Ug-Wert) und Rahmen (Uf-Wert) und ist maßgeblich für Energieausweise sowie Förderanträge.
  • Das Gebäudeenergiegesetz (GEG) schreibt für Neubauten und Sanierungen konkrete Maximalwerte vor. KfW-Förderprogramme und der Passivhausstandard stellen teils deutlich strengere Anforderungen.

U-Wert: Wärmedurchgangskoeffizient

Der U-Wert (Wärmedurchgangskoeffizient) gibt an, wie viel Heizwärme pro Quadratmeter verloren geht, wenn sich die Temperatur zwischen innen und außen um ein Grad unterscheidet. Gemessen wird dies in der Einheit Watt pro Quadratmeter und Kelvin (W/m²K). Hier gilt die einfache Regel: Je niedriger der Wert, desto besser die Dämmung und desto geringer die Heizkosten.

Da ein Fenster aus verschiedenen Komponenten besteht, unterscheidet man drei Werte:

  • Ug-Wert (g für glazing): beschreibt den Wärmeverlust durch das Glas
  • Uf-Wert (f für frame): misst den Wärmeverlust durch den Rahmen
  • Uw-Wert (w für window): bewertet das Fenster als Gesamtsystem

In der Praxis dämmt der Rahmen fast immer schlechter als das Glas. Insbesondere Aluminiumrahmen sowie konstruktive Übergänge und Verstärkungen können die Wärmedämmung gegenüber moderner Wärmeschutzverglasung verschlechtern. Ein exzellentes Glas verliert daher massiv an Wirkung, wenn es mit einem schlecht dämmenden Rahmen kombiniert wird. Für ein energieeffizientes Gebäude müssen Rahmen und Verglasung deshalb immer optimal aufeinander abgestimmt sein.


G-Wert: Solare Gewinne durch Verglasung

Der G-Wert (Gesamtenergiedurchlassgrad) gibt an, wie viel Sonnenenergie als Wärme durch das Glas in den Innenraum gelangt. Der Wert wird als Zahl zwischen 0 und 1 oder in Prozent angegeben. Ein G-Wert von 0,60 bedeutet beispielsweise, dass 60 % der auftreffenden Sonnenenergie den Raum erwärmen.

Der G-Wert setzt sich dabei aus zwei Komponenten zusammen. Erstens die direkte solare Einstrahlung: Dieser Anteil der Sonnenenergie – auch transmittierter Anteil genannt – tritt unmittelbar durch die Scheibe in den Raum ein. Zweitens die indirekte Wärmeabgabe: Ein Teil der auftreffenden Strahlung wird von der Verglasung absorbiert, erwärmt das Glas und wird anschließend als langwellige Wärmestrahlung in den Innenraum abgegeben. Der G-Wert summiert beide Effekte und beschreibt damit den gesamten solaren Energiefluss durch die Verglasung.

In der Heiz- und Kühlbilanz eines Gebäudes spielt der G-Wert eine doppelte Rolle: Im Winter sind hohe solare Gewinne erwünscht, da sie den Heizbedarf senken. Im Sommer hingegen kann ein hoher G-Wert zur Überhitzung führen, wenn kein geeigneter Sonnenschutz vorhanden ist. Die optimale Wahl des G-Werts ist daher immer eine Einzelfallentscheidung. Sie hängt davon ab, in welche Himmelsrichtung die Fenster zeigen, wie groß die Glasflächen sind und wie die Räume genutzt werden.

Der G-Wert lässt sich durch spezielle Beschichtungen und den Aufbau des Fenstersystems gezielt beeinflussen. Sonnenschutzglas ist häufig mit einer Metallbeschichtung versehen, die kurzwellige Sonnenstrahlung reflektiert und so den Wärmeeintrag reduziert. Auch Mehrfachverglasungen senken den G-Wert, da sie die Wärmespeicherung im Glasaufbau verändern.

Die folgende Tabelle gibt einen Überblick über typische G-Werte verschiedener Verglasungsarten:

Fenster- bzw. VerglasungsartG-Wert
Einfachverglasung (Standardglas)0,75–0,90
Zweifachverglasung (Standard)0,60–0,65
Dreifachverglasung (Standard)0,50–0,55
Wärmeschutzverglasung (Zweifach)0,45–0,60
Wärmeschutzverglasung (Dreifach)0,35–0,50
Sonnenschutzverglasung (Zweifach)0,30–0,45
Sonnenschutzverglasung (Dreifach)0,20–0,35
Hochreflektierende Sonnenschutzverglasung0,15–0,30
Tabelle: Typische G-Werte nach Verglasungsart – Richtwerte, Abweichungen je nach Hersteller und Aufbau möglich.

Uw-Wert: Gesamtbewertung des Fensters

Für Energieausweise, staatliche Förderanträge und gesetzliche Nachweise ist der Uw-Wert maßgeblich. Er bewertet das Fenster nicht in Einzelteilen, sondern als Gesamtsystem aus Verglasung, Rahmen und dem dazugehörigen Randverbund.

Der Gesamtwert ist dabei keine einfache Summe aus Glas- und Rahmenwert. Die Berechnung nach der offiziellen Norm DIN EN ISO 10077 berücksichtigt die genauen Flächenanteile von Glas und Rahmen sowie den sogenannten Psi-Wert. Dieser beschreibt den Wärmeverlust am Übergang zwischen Glas und Rahmen. Diese thermische Schwachstelle wird in der Praxis häufig unterschätzt: Ein hochwertiger Abstandhalter aus schlecht leitendem Material (die sogenannte „Warme Kante“) kann den gesamten Uw-Wert spürbar verbessern.

Dieselbe hochwertige Verglasung kann je nach Rahmenmaterial zu sehr unterschiedlichen Uw-Werten führen. Glas und Rahmen bestimmen den Gesamtwert immer gemeinsam und sollten deshalb nie isoliert voneinander bewertet werden.


Einordnung und gesetzliche Anforderungen

Das Gebäudeenergiegesetz (GEG) legt verbindlich fest, welche U-Werte Fenster bei Sanierungen und Neubauten einhalten müssen. Wer im Bestand einzelne Fenster austauscht, muss einen maximalen Uw-Wert von 1,3 W/m²K – den gesetzlichenU₍ₘₐₓ₎-Wert – einhalten. Bei einem reinen Austausch der Verglasung ohne Rahmen gilt ein maximaler Ug-Wert von 1,1 W/m²K. Für Neubauten schreibt das GEG keinen festen Einzelwert für Fenster vor, sondern fordert einen Gesamtnachweis für das Gebäude – hochwertige Fenster sind dabei ein zentraler Baustein.

Parallel dazu regelt die DIN 4108-2 den Schutz vor sommerlicher Überhitzung. Das GEG fordert für Neubauten einen ausreichenden sommerlichen Wärmeschutz, der häufig über Nachweise nach DIN 4108-2 geführt wird. Der G-Wert fließt dabei in den Sonneneintragskennwert ein – eine Berechnung, die bewertet, ob ein Raum im Sommer zu stark aufheizt. Wird der zulässige Grenzwert überschritten, sind Maßnahmen erforderlich: Sonnenschutzglas, Rollladen oder Jalousien.

Für solche Verschattungselemente definiert die DIN 4108-2 sogenannte Fc-Werte – Abminderungsfaktoren, die beschreiben, wie stark eine Sonnenschutzvorrichtung den tatsächlichen Energieeintrag reduziert. Außen liegende Rollläden im geschlossenen Zustand sind dabei besonders wirksam und erreichen Fc-Werte von 0,10 bis 0,15. Innen liegende helle Vorhänge oder Jalousien kommen dagegen auf Werte um 0,65 bis 0,75. Sie lassen also deutlich mehr Wärme in den Raum.


Auswahlkriterien für energieeffiziente Fenster

Welche Kennwerte für Ihr Projekt am wichtigsten sind, hängt ganz von der Art des Bauvorhabens ab.

Bei einer Altbausanierung geht es vor allem darum, den Wärmeverlust zu stoppen. Hier steht ein niedriger Uw-Wert im Vordergrund. Falls Sie für Ihr Objekt zusätzlich Schall- oder Einbruchschutz benötigen, können Sie z. B. Sicherheitsfenster für Berlin nutzen.

Beim Neubau bestimmt vor allem die Himmelsrichtung die Werte. Große Glasflächen nach Süden und Westen brauchen einen niedrigen G-Wert zwischen 0,30 und 0,45 sowie Rollläden oder Jalousien, damit die Räume im Sommer nicht überhitzen.

Eine Ausnahme ist der Denkmalschutz, da Standardfenster hier fast nie infrage kommen. Für historische Gebäude braucht es maßgeschneiderte Sonderlösungen mit originalgetreuen Rahmenprofilen und geringen Bautiefen, die die Behörden auch genehmigen.


FAQ

Was ist ein guter U-Wert für moderne Fenster?

Hier muss zwischen Fensterelementen mit Dreifachverglasung (Uw) und der reinen Verglasung (Ug) unterschieden werden. Fensterelemente mit Dreifachverglasung erreichen Uw-Werte von 0,7 bis 0,9 W/m²K. Die reine Verglasung geht inzwischen bis Ug = 0,5 W/m²K runter. Zum Vergleich: Alte Einfachverglasungen liegen bei 5,0 W/m²K und mehr – ein Unterschied, der sich direkt in der Heizkostenabrechnung zeigt.

Wie unterscheidet sich der Uw-Wert vom Ug-Wert?

Der Ug-Wert beschreibt ausschließlich die Verglasung. Der Uw-Wert erfasst das gesamte Fenster – inklusive Rahmen und Randverbund. Für Energieausweise und Förderanträge ist stets der Uw-Wert maßgeblich.

Welche Kennwerte sind für die KfW-Förderung relevant?

Grundlage ist der Uw-Wert des Gesamtfensters – je nach Programm und Effizienzhaus-Stufe meist ≤ 0,95 W/m²K. Ergänzend spielt der G-Wert im Rahmen des sommerlichen Wärmeschutznachweises nach DIN 4108-2 eine Rolle.

Können alte Fenster nachgerüstet werden, um die Kennwerte zu verbessern?

Ein vollständiger Fenstertausch ist in den meisten Fällen die wirksamste Maßnahme. Außen liegende Rollläden oder Sonnenschutzfolien können den tatsächlichen Energieeintrag über den Fc-Wert deutlich reduzieren – am winterlichen Wärmeverlust ändern sie jedoch wenig. Wenn Sie den U-Wert verbessern möchten, kommen Sie am Fenstertausch kaum vorbei.


Zusammenfassung und Fazit

U-Wert, G-Wert und Uw-Wert beschreiben gemeinsam die energetische Qualität eines Fensters. Der U-Wert zeigt, wie viel Wärme ein Fenster im Winter nach außen verliert. Der G-Wert beschreibt, wie viel Sonnenenergie durch die Verglasung in den Raum gelangt. Der Uw-Wert schließlich bewertet das Fenster als vollständiges System. Er fasst Verglasung und Rahmen zusammen und ist die entscheidende Kenngröße für Energieausweise, Förderprogramme und gesetzliche Nachweise.

Wer alle drei Werte kennt und auf die eigene Bausituation anwendet, trifft fundierte Entscheidungen und vermeidet teure Fehler bei der Planung.

Als produktunabhängige Beraterinnen und Berater für Fensterlösungen entwickeln wir für jedes Vorhaben die passende Systemlösung vom Neubau über die Altbausanierung bis hin zu komplexen Sonderanforderungen. Sprechen Sie uns an: Gemeinsam finden wir das Fenster, das zu Ihrem Gebäude, Ihrem Budget und Ihren Anforderungen passt.